Leseprobe aus dem neuen Buch von Bernd Fritsch

„Der große Prinz
und das Glück“

     
 
Der große Prinz
und das Glück

Bernd H. Fritsch
256 Seiten

 

wenn wir anderen etwas geben können, wenn wir anderen Freude bereiten.

Großer Prinz:
       Ein sicheres Rezept zum Glück besteht darin, jeden Tag anderen etwas zu geben. Sei es mit deiner Arbeit, sei es durch Freundlichkeit, durch ein Lächeln, durch achtsames Zuhören … Wer jeden Tag etwas gibt, sodass sich andere wohl fühlen, wird sich selbst am wohlsten fühlen!

      Saint-Exupéry hat uns einfühlsam geschildert, wie sich der kleine Prinz an scheinbar unbedeutenden Dingen erfreuen kann und wie es ihm gut tut für jemanden nützlich zu sein:

      Der kleine Prinz besucht einen schrecklich reichen Geschäftsmann. Dieser will alle Sterne besitzen, dabei hat er leider keine Zeit, um gelegentlich nur so herumzubummeln, was seiner Gesundheit gar nicht gut tut. So muss er bedauerlicherweise unter Rheumatismus leiden. Diesem Geschäftsmann erzählt der kleine Prinz von seinem Glück nützlich zu sein. Er erzählt ihm von seinem Stern mit seiner geliebten Blume, die er jeden Tag begießt und von seinen drei Vulkanen, die er jede Woche zu kehren pflegt. Und er sagt zu ihm:

„Es ist gut für meine Vulkane und meine Blume, dass ich sie besitze. Aber du bist für die Sterne zu nichts nütze...“

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Glück braucht Kontraste


Bernd Helge:
       Ein schlichtes Stück Brot wird zur Götterspeise, wenn wir lange gehungert haben, ein Becher mit Wasser zur höchsten Wonne, wenn uns starker Durst plagt. Wir brauchen Kontraste um Glück wahrzunehmen.

Großer Prinz:
       Ein Paradies, in dem fortwährend die Sonne scheint, wo alles immer nur gut und schön ist, wäre die Hölle. Ein Schlaraffenland, in dem es keine Arbeit gibt, wo du ständig faul herumliegen kannst und wo die gebratenen Tauben zum Mund fliegen, wäre unerträglich. Und ein ständiges Leben im Himmel umgeben von frommen Heiligen und lieblichen Engeln, die nur süße Harfenmusik spielen, würde dich bald in den Selbstmord treiben.
      Wie du richtig sagst, braucht das Leben Gegensätze. Je größer die Anstrengung, desto herrlicher empfindest du die Rast.
       Das Glück bedarf der Abwechslung. Doch schon lauert die nächste Gefahr. Denn demjenigen, der rastlos von einem Programm zum nächsten eilt, fehlt der Kontrast der Entspannung, der Stille, des Bei-sich-Seins, des In-sich-Ruhens.
       Leben bedeutet sich für die ganze Fülle des Daseins mit all ihren wunderbaren Möglichkeiten zu öffnen. Dann erst sind gute Voraussetzungen gegeben um intuitiv den eigenen Weg zu finden. So bekommt ihr ein feines Gespür für das, was im Augenblick richtig ist, wonach euer Körper und eure Seele wirklich verlangen.

 

Leid und Glück
Bernd Helge:
       Der französische Autor und Philosoph Pascal Bruckner sagt, der Mensch leide darunter, dass er nur glücklich sein und nicht mehr leiden will. Dadurch werde er ebenso krank, wie derjenige, der ständig der perfekten Gesundheit nachjagt. 

Großer Prinz:
       Gewisses Leid und tiefes Glück schließen einander nicht aus. Sie sind keine Widersprüche. Auch ein Mensch, der mit einer glücklichen Grundstimmung verbunden ist, wird dennoch gelegentlich Trauer und Leid erfahren oder unangenehme Situationen ertragen „dürfen“. Das Leben ist, Gott sei Dank, keine eintönige, geradlinige Autobahn. Ohne auf und ab, ohne Seiten- und Irrwege, ohne gelegentliche schmerzvolle Erfahrungen würde euer Dasein dramatisch an Fülle und Schönheit verlieren.
       Der „fortgeschrittene Glücksmensch“ weiß allerdings mit Leid gut umzugehen. Er wird nicht daran kleben bleiben. Er wird auch niemandem Schuld zuweisen oder sich dauerhaft in Selbstmitleid baden. Er wird auch schmerzvolle Erfahrungen mit einer gewissen Dankbarkeit annehmen, das Beste daraus machen und so sein Glückserleben letztlich wieder bereichern.

Nützlich sein

Glück kann man nur festhalten, wenn man es weitergibt!

Bernd Helge:
      Glück und Egoismus haben keine Gemeinsamkeit. Sonst wäre es nicht so, dass wir dann besonders glücklich sind,