Der gewöhnliche Mensch hat nur den Zugang zur sinnlich wahrnehmbaren Welt. Er sieht nicht die Dimension jenseits der Gedanken. Dadurch hat er eine sehr eingeschränkte und verzerrte Perspektive. Das ist die Ursache seiner Probleme.
56. Maya ist weder Sein noch Nicht–Sein noch hat sie Teil an beiden. Sie ist weder geteilt noch ungeteilt, noch eine Mischung von beiden. Sie ist höchst wundersam. Ihr Charakter ist schwer zu beschreiben.
57. Durch die Erfahrung des Brahman, des Einen ohne ein Zweites, kann man das Spiel der Maya durchschauen.
58. Die drei Gunas durch die sich Maya offenbart, werden Rajas, Tamas und Sattva genannt. Sie haben unterschiedliche Eigenschaften:
Die Kräfte der Maya wirken für den Mind wie ein Kaleidoskop. Es ist dies ein Rohr, welches durch mehrere eingebaute Spiegel für den, der durch das Rohr blickt, Gegenstände stark verändert erscheinen lässt. Die Spiegel im Kaleidoskop sind vergleichbar mit den drei Gunas – Rajas, Tamas und Sattva. Die drei Gunas sind die Kräfte durch welche die Maya wirkt. Je nachdem wie die drei Gunas zusammenwirken entsteht ein anderes Bild von der Welt.
Was wir als die „objektive Welt“ erachten gleicht einer Fata Morgana. Ihre Luftspiegelung existiert, zugleich aber täuscht sie etwas vor. Wie jeder weiß kann niemand seinen Durst an einer Fata Morgana stillen.
59. Die Natur von Rajas ist Tätigkeit. Durch seine Kraft beginnt sich die Welt zu entfalten. Durch Rajas werden fortlaufend Bindung, Begierde und mentale Zustände, wie Kummer und Leid hervorgebracht.
60. Lust, Zorn, Geiz, Hochmut, Selbstsucht, Gier, Neid, Eifersucht und andere solche Schwächen resultieren aus Rajas. Es sind Eigenschaften, die mit den weltlichen Neigungen der Menschen zusammen hängen. Sie prägen das Ego und sind die Ursache für die Verstrickung in die Welt der Formen.