Erfolgsletter Ausgabe Juni 2010

Was bedeutet „Positives Denken“? (Fortsetzung)

Im letzten Erfolgsletter habe ich einen kleinen historischen Rückblick auf das „Positive Denken“ gemacht. Auch wurde aufgezeigt, wie wir nach Napoleon Hill („Denke nach und werde reich!“) konkret vorgehen müssen, um unser Unterbewusstsein so zu programmieren, dass es uns hilft ein erwünschtes Ziel zu erreichen.
Zweifellos sind Gedanken starke Kräfte. In erster Linie wirken sich Gedanken direkt auf unsere Körperzellen aus. Wir werden blitzartig blass vor Schreck. Wir bekommen aus Wut oder Scham einen roten Kopf. Muskeln (z.B. Zwerchfell, Nacken, Schultern) verspannen sich, wenn wir nervös oder im Stress sind usw. Es besteht eine intensive Wechselwirkung zwischen unserem Denken und unserem Körper. So bewirkt Achtsamkeit auf den Atem Entspannung von Nerven und Muskeln und zugleich beruhigt sich unser Gedankenstrudel.

Die Wirkung unserer Gedanken geht allerdings weit über das Feld unseres Körpers hinaus. Durch positive, liebevolle, vertrauensvolle Gedanken treten wir in Resonanz mit Personen und Ereignissen, die diesen Gedanken entsprechen. Umgekehrt ziehen wir durch Angst, Widerstand und negative Urteile gegenüber Menschen und Umstände das „Unglück“ magisch an.
Diese Kraft der Gedanken ist schwierig zu erklären und kaum „wissenschaftlich“ beweisbar.
Verständlich ist vielleicht, dass wir durch eine positive Denkweise eher einen bessern Blick für Chancen und Möglichkeiten im Leben haben, als wenn wir bei Begebenheiten nur an Gefahren denken und Schlechtes erwarten. Auch werden wir mit einer positiven Lebenseinstellung eine bessere Intuition haben, daher bessere Entscheidungen treffen. Ebenso wird glückliches Denken unsere Gesundheit fördern und auch dafür sorgen, dass wir eine gute Ausstrahlung haben und mit anderen Menschen gut harmonieren.

Nichts auf dieser Welt ist ohne Bedeutung für das Ganze. Das Universum bildet EINEN Organismus. Alles was in diesem Universum erscheint, stammt aus „Geist“ und jeder geistige Vorgang, auch unser Denken schafft „Wirklichkeit“ für uns, für andere und für die ganze Welt.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir nicht unkontrolliert daherdenken. Die meisten Menschen führen einen permanenten inneren Dialog – in der Regel ohne dies zu bemerken. Diese „Self-Talks“ bestimmen ihren seelischen Zustand, ihre Sorgen und Nöte, schaffen Probleme und verschmutzen den eigenen Geist, aber zugleich auch die gesamte Welt der Erscheinungen.

Das positive Denken arbeitet (wie im letzten Erfolgsletter beschrieben) mit Autosuggestion, Affirmation und Visualisierung. Durch die intensive Vorstellung eines Erfolges verändert sich nicht nur unser Unterbewusstsein sondern auch unsere Umwelt. Unser UB. führt uns zu Entscheidungen und zu Situationen, die mit dem Energiefeld (Charakter) unseres Denkens, unserer Persönlichkeit korrespondieren. Das entspricht dem universalen Gesetz von Ursache und Wirkung, auch Karma genannt. So gesehen müsste die Methode des „positiven Denkens“ eigentlich perfekt funktionieren - „Was du dem Unterbewusstsein eindrückst, wird von ihm ausgedrückt!“ Wenn wir uns daher den Besitz von 100 000 Euro zu einem bestimmten Zeitpunkt intensiv vorstellen, müsste sich dieser Wunsch zwangsläufig erfüllen – oder?

Was dabei nicht berücksichtigt wird ist die Komplexität unseres Unterbewusstseins. Wenn wir uns 100 000 € wünschen, so verbirgt sich in der Regel dahinter die Angst und Sorge nicht genug zu haben und nicht genug zu bekommen. Unser kleines Ich (Ego) vertraut nicht der Weisheit des Universums, sondern kreist in den – meist unbewusst ablaufenden - Gedanken immer wieder um seine unerfüllten Wünsche, um sein Ängste und Sorgen. Auf diese Weise wird die Wirkung der positiven Autosuggestion wieder aufgehoben und die viel stärker im UB. wirksamen Ängste und Nöte des Egos finden in der Außenwelt ihre Bestätigung.
Wie heißt es im Lukasevangelium: „Sorget euch nicht, was ihr essen oder trinken sollt! Suchet zuerst das Reich Gottes und alles andere wird euch hinzugegeben!“ Anhaltendes Glück finden wir nicht wenn wir uns (zumeist unnötig) mit der Sorge um äußeren Besitz belasten, sondern wenn wir uns selbst, unser wirkliches Wesen finden. Wenn wir staunend die Natur betrachten, so können wir erkennen wie das Universum voller Reichtum und Fülle ist. Mangel manifestiert sich dort, wo Mangel zuvor gedacht wird.
Die Methode des „positiven Denkens“ geht richtiger Weise davon aus, dass wir durch Gedanken uns selbst und die Welt verändern können. Doch nicht nur die Gedanken sind wirksam, die wir uns bewusst einprägen, sondern die Summe unserer im Unterbewusstsein gespeicherten Erfahrungen mit ihren Beurteilungen, alle bewussten und unbewussten Gedanken bestimmen unser Leben.
Es ist daher vor allem wichtig

  1. Sich immer wieder bewusst zu machen welche alten Gedankenmuster in unserem Gehirn herumkreisen,
  2. darauf zu achten, dass wir möglichst gute, heilsame „Nahrung“ in unsere Seele aufnehmen und uns nicht mit Gedankenmüll verunreinigen, der uns täglich von manchen Menschen und insbesondere von den Medien aufgedrängt wird.

Ramana Maharshi der „Weise vom Berg Arunachala“ sagte einmal: „Was ist das höchste Gut, das man anderen übermitteln kann? Es ist Glück. Glück aber wird aus Frieden geboren, und Friede herrscht nur dort, wo er nicht gestört wird. Störungen gibt es infolge von Gedanken, die im Geist aufsteigen. Wo keine Gedanken sind, dort ist vollkommener Friede. Niemand kann Frieden haben und glücklich sein, es sei denn, er hätte seinen Geist bezwungen. Wer selbst nicht glücklich ist, kann auch anderen kein Glück vermitteln. So genügt die bloße Tatsache der Selbst-Verwirklichung, um alle anderen glücklich zu machen.“

Die Lösung aller Probleme bedeutet sein Denken in den Griff zu bekommen. So unglaublich es klingt: Alle Probleme stammen aus verkehrtem – großteils seit Jahrtausenden in das menschliche (Unter-) Bewusstsein eingegrabenen - Denken! Für den, der diese Tatsache tief innerlich erfassen kann, gibt es im äußeren Leben nur mehr Aufgaben, Herausforderungen aber keine Ängste und Sorgen mehr.
Wie diese „Selbst-Verwirklichung“, von der Maharshi und alle großen Weisheitslehrer sprechen, erreicht werden kann, darüber wollen wir uns in den nächsten „Erfolgslettern“ nach der Sommerpause unterhalten. Bis dahin wünsche ich dir eine friedvolle und glückliche Zeit.

Herzlich
Bernd Helge Fritsch

 

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